Radfahren,  Reiseberichte

Ruhrtalradweg

03.04.2026, 1. Tag: 

Rheda-Wiedenbrück – Theinsingen: 53,7km/ 290hm

Sabine erscheint mit ihrem Fahrrad und wir frühstücken zusammen. Nach einem gemeinsamen Foto bei uns auf der Mauer, geht es mit Trixie im Fahrradkörbchen auch schon los in Richtung Möhnesee. Die Strecke ist überraschend schön und abwechslungsreich. Leider haben wir die ganze Fahrt Gegenwind und es geht zum Schluss noch einmal ordentlich bergauf bis auf 290 hm. Die Sonne scheint und wir nehmen es sportlich.

Nach fast 6 Stunden und 54km kommen wir gegen 17 Uhr in Theiningsen an. Das Tiny-Camp nördlich vom Möhnesee erwartet uns für die erste Nacht. Wir sind sehr begeistert von dem kleinen Hof, auf dem noch drei weitere Campervans als Gäste stehen. Das Badezimmer ist eine liebevoll umgestaltete Milchkammer. Wir schlagen unsere Zelte auf und peilen den Weg an zur gemütlichen Dorfkneipe. Das Essen ist gut und die Preise sind günstig. Es ist Karfreitag. Wir wärmen uns auf und dürfen noch eine Dorftradition kennen lernen, wobei eine Truppe an Kindern von Tür zur Tür gehen und dabei Krach machen. Im Anschluss sitzen wir noch an einem kleinen Tisch auf dem Rasen mit unseren Nachbarn vom Platz und trinken Tee. Dabei haben wir alles an, was wir mithaben und kuscheln uns danach gemütlich in unsere Zelte.

 

04.04.2026, 2. Tag:

Theinsingen – Hagen: 63,4km/ 160hm

Die ganze Nacht hat es gestürmt und geregnet. Im Zelt war es jedoch ganz kuschelig. Wir müssen alles etwas nass einpacken und bekommen sogar einen Kaffee und einen leckeren Hefezopf von der netten Betreiberin und zahlen 15€ pro Person für die Übernachtung. Danach geht es wieder auf’s Rad. Heute geht es bis nach Hagen zum Kanu-Club Hagen 1953 e.V. Dort hat Christina wieder eine Übernachtung geplant. Sie übernimmt auch die Navigation über Komoot. Dort angekommen erwartet uns bei schönem Wetter ein tolles Vereinsgelände auf dem wir als erstes unsere Zelt trocknen und wieder aufbauen. Im Bootshaus können wir günstig Getränke aus dem Kühlschrank kaufen und etwas entspannen.

Dann planen wir den Marsch zur Strandbar nebenan. Auf dem Weg dorthin erleben wir noch einen wunderschönen Sonnenuntergang. Das Essen dort ist sehr empfehlenswert. Sabine und ich essen gelbes Curry und Johannes hat einen Burger bestellt. Die gute Stimmung der Servicekräfte, runden das Ganze noch ein wenig ab. Um 21:30 Uhr liegen wir bereits in unseren Zelten. Sabine und ich können die Nacht wieder kaum schlafen. Nicht nur, werden wir von der lauten Musik der DLRG Mitglieder, die auch dort auf dem Gelände hausen und deren Gängen zur Toilette im Bootshaus gestört, sondern auch so müssen wir uns immer wieder schlapp lachen und machen die Tür von unseren Zelten auf, die sich gegenüber stehen und halten Johannes auch noch mit wach.

 

05.04.2026, 3. Tag:

Hagen – Essen: 56,9km/ 150hm

Es ist Ostersonntag und der Tag beginnt mit von Sabine selbstgemalten, bunten Eiern.

Da es in der Nacht wahnsinnig gestürmt hat, müssen wir unsere Sachen erst einmal ins Vereinshaus bringen um sie dort ordentlich wieder zu verstauen.

Dann machen wir uns Frühstück. Es gibt vor angemischte Haferflocken mit Rosinen als Porridge aus dem Zip-Beutel mit frischem Apfel. Um 10 Uhr ist Start in die vorletzte Etappe.

Das Wetter spielt nicht ganz so gut mit, wie das im April immer so ist. Wir haben sehr starke Sturmböen und permanent Gegenwind, egal welche Richtung wir einschlagen. Es zehrt an unseren Kräften. Wenigstens haben wir die Lebensmittel weitestgehend verbraucht, sodass wir 1 bis 2 Kilo weniger Gepäck haben. Ab und zu lässt sich aber doch die Sonne blicken. Wir lassen uns die Laune nicht vermiesen und machen kurze Pausen zwischen den heftigen Schauern. Am Kemnader See läuten wir auch noch einmal eine Pause ein und Johannes kocht Kaffee.

Kurz darauf fahren wir wieder im Regen bei heftigem Gegenwind. Nach 6 Stunden und knapp 57km haben wir unser Ziel, den Kanu-Klub Zugvogel Essen e.V. endlich erreicht. Auch hier treffen wir wieder auf keine Person vom Verein. Johannes klärt alles telefonisch. Die Location überrascht uns sehr positiv mit einer riesigen Rasenfläche, einem riesigem Clubraum mit großem Balkon im Dachgeschoss und neu renoviert und voll ausgestattetem Bad. In dem Gästehandtüchern ist sogar der Vereinsname gestickt. Johannes und Christina zahlen als DKV Mitglieder 8€ für die Nacht. Sabine als Gast 12€. Wir bauen auch sofort die Zelte auf und gehen dann ins Vereinshaus und kochen uns Spaghetti mit Pesto. Nach ein paar Tees, duschen wir und dann geht es ab ins Zelt.

 

06.04.2026, 4. Tag:

Essen – Duisburg HbF: 48,6km/ 160hm

Gegen 8 Uhr morgens blinzelte die Sonne ins Zelt. Mega angenehm nach der nasskalten Nacht. Da entscheidet Sabine sich doch glatt, zum Baden in die Ruhr zu hüpfen. Nackig und mit vollem Einsatz.

Nach dem Frühstück im Clubraum geht es weiter auf die letzte Etappe vom Ruhrtalradweg. Unterwegs haben wir endlich Sonnenschein. Die von Sabine ernannte „Führerin“ Christina und der „Treiber“ Johannes, haben aber einen strikten Zeitplan. Heute rollen wir nur so dahin. Bei dem Wetter fällt es uns leicht.

In Duisburg angekommen, stehen wir am Ziel unserer Tour, der orangenen Säule. Dort wo die Ruhr in den Rhein mündet. Wir haben es geschafft und bekommen Gänsehaut. Auch andere Radfahrer rollen gerade ins Ziel ein. Ein Pärchen sogar Händchen haltend.

Zurück fahren wir mit der Bahn. Fahrtkosten pro Person 25 €. Am Bahnhof in Duisburg Treffen Johannes und Christina noch ein Pärchen aus dem Kanuverein, die auch mit Ihren Gravelbikes nach Rheda-Wiedenbrück wollen. Die Ausfahrt aus dem Zug in Rheda gelingt Christina nicht gerade graziös. Beim Rückwärtsschieben kommt sie ins Straucheln und kippt mitsamt dem Fahrrad um und landet dabei mir ihren Knien auf der Querstange. Es blutet. Die nächsten Wochen werden die Schienbeine und Knie sämtliche Farben annehmen. Noch ein letztes Mal muss sich jedoch aufs Rad geschwungen werden, um das kurze Stück bis nach Hause zu überbrücken.