Teneriffa
29.01.2026, 1. Día: Vamos a Tenerife!
Um 1 Uhr morgens hole ich Sabine in Rietberg ab. Geschlafen haben wir die Nacht beide nicht. Es ist bitter kalt und schneit die ganze Zeit während der Fahrt. Bei dem Schneesturm sind wir froh, dass noch nicht so viel Verkehr auf den Straßen ist. Angekommen in Weeze, erkennt die Kamera an der Schranke zum Parkplatz mein Kennzeichen nicht. Es ist komplett zugeschneit. Sabine steigt aus und macht es frei. Wir parken ziemlich weit hinten und schlagen uns durch den Schnee zum Flughafen durch.
Im Flughafen hängen wir noch ein paar Stunden ab, bevor wir über das verschneite Rollfeld spazieren und zum vom Enteisungsmittel gelb triefenden Flieger latschen. Das Flugzeug von Ryanair kommt uns nicht sehr stabil vor. Das Platzangebot ist ebenfalls sehr fraglich. Gut, dass wir unsere Sitzplätze vorab nebeneinander, jedoch zum Gang hin reserviert haben. So konnte ich meine Knie zum Gang herausschieben. Unsere Rucksäcke haben wir unter den Vordersitz gestopft. Nicht einmal eine Kotztüte gibt es mehr.
Pünktlich um 08:10 Uhr heben wir ab und kommen um 11:55 Uhr pünktlich in Teneriffa Süd an.
Moni, eine Freundin von Sabine, erwartet uns schon mit einem Lächeln. Bevor wir zu unserer Ferienwohnung fahren, kaufen wir erst noch ein. Auf dem Weg zur Ferienwohnung fahren wir an einem Restaurant namens Los Angeles vorbei, in dem wir abends zum Essen einkehren und leckeren Lachs essen. Leider hat dieser ziemlich große spitze Gräten. Sabine erstickt mir fast daran.
30.01.2026, 2. Día: Chinamada – Trail
Nach einer recht ruhigen Nacht mit nur sehr wenig Schlaf aufgrund der Cortisoneinnahme startet unser Tag mit einem leckeren Müslifrühstück zu einer Wanderung, die ich in der Nacht geplant habe. Die Ferienwohnung lässt keine Wünsche offen. Moni wohnt direkt über uns und zeigt uns am frühen Morgen ihren schönen Garten und ihren Pool. Da sie eh mit ihren Auto los muss, bringt sie uns sogar hoch bis zur Bushaltestelle.
Unser erster Bus verspätet sich so sehr, dass wir den Anschluss in Laguna nach Punta del Hidalgo verpassen.
Endlich am Einstieg vom Chinamada – Trail angekommen, blicken wir anfangs noch vom Meer in Höhenmeter 0 auf die hohen Berge. Ziemlich schnell geht es jedoch dann über Naturtreppen in die Höhe bis auf 774hm und wir nähern uns dem Anaga Gebirge. Dies ist ein UNESCO- Biosphärenreservat, bekannt für seine uralten nebelverhangenen Lorbeer Wälder.
Mit einem kurzen Zwischenstopp an einem kleinen Imbiss in Chinamada verlängern wir unseren Weg mit insgesamt fast 9km durch die Lorbeerwälder bis nach Las Carboneras.
Leider fährt der nächste Bus erst um 19:10 Uhr. Da wir nicht so lange warten wollen, entscheiden wir uns zu trampen. Bis zur nächsten Gabelung der Straße dem „Cruce de Tarborno“ nimmt uns ein älteres deutsches Ehepaar mit. Dort haben wir direkt wieder Glück und werden von einem französischen Pärchen weiter bis nach Las Canteras mitgenommen. Während der Fahrt haben wir eine nette Unterhaltung. Wir warten keine fünf Minuten und werten noch ein weiteres mal von einem polnischen Pärchen mitgenommen. Mit einer ebenfalls sehr netten Unterhaltung bringen sie uns bis fast bis zu unserer Ferienwohnung in El Sauzal. Da jetzt erst gleich erst der Bus überhaupt gefahren wäre, haben wir noch genügend Zeit gemütlich zu kochen.
31.01.2026, 3. Día: La costa de El Sauzal
Nach unserem Frühstück geht es heute mit Moni und Sophie, die für ein paar Monate hier gegen Kost und Logis arbeitet, zum Markt. Der Markt ist in einer Halle findet jedoch ganzjährig statt. Es ist schön einen Eindruck von den heimischen Früchten und Spezialitäten zu bekommen. Die einheimischen Leuten zu sehen und deren Art zu handeln kennen zu lernen. Nach dem Markt fahren wir noch einmal für einen Großeinkauf zum Supermarkt.

Am Nachmittag bleibt uns noch Zeit um eine Küstenwanderung direkt bei El Sauzal vorzunehmen ohne mit dem Bus dafür fahren zu müssen. Es erstreckt sich eine lange Treppe hinunter zum Strand. Dort sind einige Bereiche abgesperrt, aufgrund der hohen Wellen. Aktuell wird eine Frau mit ihrem Hund vermisst. Ein über dem Meer kreisender Hubschrauber und ein hin und her fahrendes Boot fallen uns auf, die immer noch nach bereits 10 Tage des Verschwindens auf deren Suche sind. Die Wellen sind gigantisch und peitschen an dem schwarzen Vulkangestein. Wir schauen uns das Spektakel aus sicherer Entfernung an und machen uns dann wieder auf den Weg hoch auf 470hm in den Ort El Sauzal. Dort entdecken wir ein schön gelegenes Restaurant und genießen dort umschlossen von einer Dicken Nebelwand leckere Tapas. Der Kellner ist sehr auf Zack und super freundlich. Wir lachen viel. Danach machen wir uns wieder auf dem Weg zurück zu unserer Ferienwohnung. Nach 12km in den Bergen reicht es auch für heute. Leider hat sich der Teide heute wieder nur im Nebel und den Wolken versteckt.
01.02.2026, 4. Día: Romería de La Florida
Morgens nach unserem Frühstück geht es mit dem Bus nach La Florida. Dort findet heute das heilige Fest der Tiere statt. Die Tiere werden geehrt und gesegnet. Ausgelassen in Tracht wird mit Musik und Tanz ein wundervoller Umzug zelebriert. Es gibt Wein, am Wagen gegrilltes Fleisch und andere Leckereien. Wir treffen uns mit Ilse, einer Bekannten von Sabine, und ihren zwei Freunden und haben sehr viel Spaß. Wir begegnen auch vielen anderen tollen Menschen und tauchen ein in die Tradition.

Am späten Nachmittag laufen wir gemütlich in die Stadt Puerto de la Cruz runter. Der Sonnenuntergang ist herrlich. Endlich lässt sich auch der Teide sehen. In gemütlicher Atmosphäre und guter Laune essen wir noch auf dem großen Platz in einem italienischen Restaurant und fahren danach mit dem Bus zurück.
02.02.2026: 5. Día: Güimar
Wir starten bei nicht so guten Bedingungen in El Sauzal mit dem Bus nach La Laguna. Unsere Wanderung sollte heute eigentlich im Anaga Gebirge stattfinden. Aufgrund der Wetterlage planen wir jedoch spontan um. Es regnet und ist kalt. Wir fahren mit dem nächsten Bus nach Santa Cruz. Dort ist es etwas angenehmer vom Wetter. Wir bleiben jedoch nicht lange und beschließen weiter in den Süden zu fahren. Güimar wird unser Ziel.
Hier ist es wärmer und regnet nicht. Es ist heute Feiertag. Direkt an der Ankunftsbushaltestelle ist jedoch ein geöffneter Supermarkt, in dem wir noch kanarische Kartoffeln kaufen. Wir wandern eine kleine Rundtour von knapp 7km und 140hm durch Kaktusbüsche über Vulkangestein. Der Rückweg geht die Küste entlang. Mit dem Bus zurückgefahren, machen wir es in unserer Ferienwohnung gemütlich und kochen kanarische Salzkartoffeln. Dank des Ofens müssen wir bei 13 °C auch nicht frieren.
03.02.2026: 6. Dìa: Cabeza de Zapato
Nach unserem leckeren Müslifrühstück starten wir den Tag in Wanderschuhen und mit Rucksack. Dieses Mal sogar mit Sonnenschein im Gepäck. Es geht ins Anaga-Gebirge. Mit einen Umstieg in San Betino, startet unsere Tour direkt nach dem Ausstieg aus dem Bus in Las Canderas. Bestes Wetter und beste Voraussetzungen für eine gute Sicht. Wir gehen durch Lorbeerwälder, durch den Zauberwald und kommen auf der anderen Seite des Berges hinaus in einen wunderschönen Eukalyptuswald am Berghang. Die Sicht ist traumhaft und es riecht angenehm. In der Ferne ist die die Spitze des Teide über den Wolken zu erkennen. Nach 15,8km und 500hm schließt sich der Rundweg.
Im Anschluss unserer schönen Wanderung gehen wir gemütlich auf dem Zwischenstopp der Busfahrt in San Christóbal de La Laguna lecker essen. Dann geht es weiter mit dem Bus zurück nach El Sauzal, wo wir den Abend noch lustig mit unserer eigenen Party verbringen.
04.02.2026, 7. Día: Flor de almendro
Heute treffen wir uns zum Wandern mit einer ganzen Gruppe von Leuten, die Sabine kennt. Februar ist die Zeit der Mandelblüte und die erleben wir heute in voller Pracht. Moni fährt uns und Sophie und ihren Hund Arthur mit dem Bulli zu einem Parkplatz. Dort treffen wir auf Claudia, Andreas und Günther. Günther hat auch noch zwei holländische Frauen mitgebracht, die bei ihm aktuell unterkommen. Dir Wanderung findet im Norden der Insel statt. Wir wandern in einer beträchtlichen Höhe durch Kakteen, Blumenwiesen, Mandelbäume und Vulkangestein. In der Ferne lässt sich die Kontur von der Nachbarinsel La Palma erkennen.
Es ist eine sehr bunt gemischte Gruppe. Wir wandern sehr gechillt und haben viel zu erzählen. Zum Schluss kehren wir auf ein paar Getränke im Caserio Los Partidos ein. Auf dem Nachhauseweg fahren wir mit Moni noch einkaufen und genießen danach die letzten Strahlen der Abendsonne und kochen in unserer Ferienwohnung.
05.02.2026, 8. Día: Monte del Aqua Trail
6:45 Uhr klingelt der Wecker. Früher als gedacht sind wir fertig und laufen, wie immer die ca. 2km bergauf zur Bushaltestelle. Wie immer laufen auch die Hühner frei auf der Straße herum. Der Bus ist pünktlich. In Las Arenas steigen wir um und fahren weiter bis nach Erjos in 800hm. Dort startet unsere heutige Wanderung indem es noch weitere 200 Meter hinauf geht zum Kamm des Teno Gebirges.
Der Monte del Aqua Trail ist auch ein bekannter Run-Trail, den wir allerdings ab dort hauptsächlich aus Zeitgründen nur noch bergab laufen bis ins Tal nach Los Silos. Das Wetter ist heute wieder perfekt. Mit einem Blick auf die Berggipfel, den Schluchten und dem Atlantik geht es immer weiter bergab ins Tal. Wir schaffen es sogar einen Bus eher zurück zu kriegen und sind somit auch pünktlich zum Grillen bei Moni. Ein schöner Abend mit lieben Menschen hat uns wieder sehr bereichert.
06.02.2026, 9 Día: Parque National del Teide
Wieder einmal geht es ganz früh morgens los. Wir fahren mit der Linie 102 nach Enlace Orotava. Dort fährt die Linie 348 hoch zum Teide. Leider kommt der Bus schon mit viel Verspätung und ist dann auch noch zu voll, um uns mitzunehmen. Uns 4 an der Bushaltestelle stehengelassenen soll ein anderer kleiner Extrabus mitnehmen. Die Busfahrerin hat extra jemanden angerufen. Nach 20 Minuten erscheint auch wirklich dieser kleine Extrabus und holt zu unserer Überraschung die verlorene Zeit wieder auf.

Oben angekommen weht eine kühle Brise. Über Lavagestein geht es zu Fuß zu den verschiedenen Gesteinsformationen. Der Teide hat auf dieser Seite keinen Schnee mehr. Zum Trichter kommt man heute leider nicht, weil die Seilbahn wegen starken Windböen nicht fährt. Wir drehen unsere Runde in der prallen Sonne, gut durch unsere dünnen Regenjacken und mit Cappi geschützt. Wir machen einen kurzen Stopp im Besucherzentrum und hängen noch eine kleine Runde dran, bis um 16:00 Uhr der Bus wieder zurück fährt. Erstaunlich viele Rennradfahrer haben sich auf den Weg hier hoch gemacht. Auf Nachfrage von Sabine fahren sie 5-6 Stunden hoch und 1,5 Stunden wieder bergab. Verrückt!
Abends genießen wir die Zeit in unserer Ferienwohnung und essen unsere restlichen Vorräte. Zum Schluss gibt es heute noch eine Aloe Vera Maske. 😉
07.02.2026, 10. Día: Barranco de Afur
Heute ist unsere letzte Tour im Anaga-Gebirge. Seit 5 Uhr sind wir wach und ich bastel noch an unserer Tour und den Busverbindungen. Mit der Linie 102 fahren wir nach Santa Cruz und steigen dort um in die Linie 946 nach Taganana. Die Tour dort hin ist spektakulär. Wir sind so beeindruckt, dass wir gleich 3 Stationen weitergefahren sind. Zwei nette Italiener nehmen uns mit wieder zurück mit zu dem Startparkplatz. Es geht direkt 100hm rauf durch die kleine Ortschaft. Danach erwartet uns ein himmlisch schöner Ausblick die ganze Küste entlang. Der schmale Weg führt uns die Steilküste entlang mit dem Blick auf mehrere spitz herausragende Berge.
Zum Schluss gelangen wir durch die Schlucht hoch hinauf zu dem kleinen Örtchen Afur. Von dort geht unser Bus wieder zurück durch die engen Serpentinen. Der Busfahrer meistert sehr gelassen die prekären Situationen. Wir setzen uns noch einmal um nach ganz vorne, um genauer zu sehen, was es für eine Meisterleistung ist hier mit einen großen Bus lang zu fahren. In La Laguna steigen wir aus und gehen noch einmal lecker indisch essen, bevor es wieder zurück nach El Sauzal geht. Ein letzten Mal geht es hinunter zu Monis Ferienwohnung mit wehmütigem Blick auf das Meer.
08.02.2026, 11. Día: Gracias y adiós!
Wir verabschieden uns von Sophie, die heute auch weiter nördlich zieht. Unsere beiden Rucksäcke sind schnell gepackt. Ein letzten Frühstück und dann fährt uns Moni zum Flughafen Süd. Es ist alles sehr entspannt und stressfrei. Um 10:40 Uhr geht es zurück nach Weeze und von dort mit meinem Auto wieder nach Hause.
Wir hatten eine tolle Zeit, haben viel gesehen und unsere Freundschaft ist dadurch nur noch enger geworden.
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