Reiseberichte

Prag

12.01.2026, 1. Tag:

Nach der Arbeit entscheiden wir uns kurzfristig heute schon loszufahren. Wir rufen noch schnell das Resort U Forta in der Böhmischen Schweiz an und buchen dort für eine Nacht ein Zimmer. Die Frage, ob wir Frühstück möchten und die Erleichterung darüber, dass wir das nicht brauchen hätte uns stutzig machen können. Später sollen wir erfahren warum das ein Problem gewesen wäre.

Unsere Sachen gepackt und die Fahrräder mit in das Auto geschoben, geht es los. Gerade auf der Autobahn aufgefahren, fällt Johannes ein, dass er hätte die Schneeketten mitnehmen sollen. Aber jetzt umzukehren ist auch doof. Schließlich haben wir die doch noch nie gebraucht. Wir kaufen in Tschechien noch in einem Lidl ein und dann geht es in die Böhmische Schweiz. Es wird langsam dunkel und die Straßen immer weißer. Das Navi lässt uns auf einen Hügeligen Waldweg abbiegen, der einzige, der zu unserem Hotel führt. Hier gibt es scheinbar keinen Winterdienst mehr und wir bangen darum, überhaupt noch anzukommen

Das Resort ist komplett dunkel. Die Tür ist offen, die Rezeption jedoch leer. Unser Schlüssel wurde dort hinterlegt und wir können auf unser Zimmer. Leider sind auf dem Zimmer keine Hunde erlaubt, was wir jedoch jetzt erst erfahren. Somit schmuggeln wir Trixie durch den mit Kameras voll gehängten Flur. Ein an uns gerichteter Zettel bestätigt unsere Vermutungen. Es gibt eine Eiswarnung. Selbst das Personal verirrt sich bei diesem Wetter nicht hier hin und wir müssen damit rechnen, dass auch am nächsten Morgen kein Personal da sein wird. Wir essen noch ein bisschen von unseren Einkäufen und läuten die Nacht ein.

 

13.01.2026, 2. Tag:

Am nächsten Tag ist alles so glatt gefroren, dass ein Fuß vor die Tür mich schon gleich zu Boden bringt. Eine Wanderung zum Prebischtor macht bei den Bedingungen keinen Sinn und wir sehen zu, dass wir nach Prag kommen. Falls wir doch noch liegen bleiben, weil wir keine Schneeketten mit haben, haben wir zumindest noch den ganzen Tag Zeit etwas dagegen zu unternehmen. Wir fahren nicht den selben Weg zurück sondern entscheiden uns am Fluss zurück zu fahren. Schließlich bedeuten eine Straße direkt am Fluss lang meist keine großartigen Erhebungen. Wir schaffen es wieder auf eine geräumte Straßen und nach zwei Stunden Autofahrt zu unserem Hausboot „Daisy“ auf der Moldau in Prag. Unser Vermieter erwartet uns schon. Super freundlich weist er uns ein und zeigt uns alles. Die Moldau ist komplett zugefroren. Wir machen noch ein kleine Runde durch die Stadt entlang der Moldau bis zum „Tanzenden Haus“ und zurück. Wir kaufen noch ein paar Kleinigkeiten im Supermarkt und nehmen uns etwas vom Chinesen mit.

 

14.01.2026, 3. Tag:

Heute ist mein Geburtstag. Wir starten den Tag mit leckerem Spiegeleierfrühstück und machen uns dann früh auf den Weg. Heute haben wir eine lange Tour durch die Stadt vor. Wir machen uns direkt auf dem Weg zum Petrin Berg. Der serpentinenverlaufende Fußgängerweg hoch ist komplett vereist. Wir haben Schwierigkeiten trotz des sich rechts und links befindenden Geländers hochzukommen. Als Johannes sich richtig lang legt, überlegen wir umzukehren und nach einem Sportladen zu suchen der Spikes hat, denn Christina will heute noch unbedingt dort hoch.

Auf Nachfrage verweist uns eine sportlich gekleidete Frau auf einem Decathlon Laden die Straße runter. Wir folgen der Anweisung und gelangen tatsächlich zu Decathlon. Zu unserem Glück ist genau noch jeweils ein Paar Grödel in unseren Größen vorhanden. Glücklich, jedoch noch etwas skeptisch, verlassen wir den Laden und machen uns wieder auf dem Weg zu unserer Herausforderung. Die Spikes angelegt ist es ein Kinderspiel dort hoch zu gehen. Andere Paare schauen uns überrascht hinterher und hätten auch gerne welche.

Oben angekommen, hat es den Vorteil, dass wir ganz alleine sind. Wir erkunden eine Burgruine und stampfen weiter Richtung Aussichtsturm. Der Aussichtsturm kostet Geld. Als wir gerade bezahlt haben und hochgehen wollten, erfahren wir, dass Hunde nicht erlaubt sind. Wir hatten ganz vergessen, dass wir Trixie im Rucksack haben. Nach einigem hin und her, durften wir sie doch mit hoch nehmen. Die Aussicht von hier oben mit Blick auf die Stadt ist gigantisch. Man kann einen kompletten Rundgang auf der Außenplattform machen. Danach machen wir uns weiter auf dem Weg über den Berg hinweg zur Prager Burg und dort die langen, mit hohen goldenen Wänden ausgeschmückten Treppen wieder hinunter und rüber zum Metronom.

Auf dem Weg ziehen wir mehrmals die Spikes wieder aus und an. Nach einem längeren Abstieg an Treppen überqueren wir die Moldau und gelangen in die Stadt. Wir landen direkt im jüdischen Viertel und von dort auf dem riesigen Marktplatz. Wir drehen eine Runde und gelangen zur astronomischen Uhr. In einem schönen, kleinen Restaurant um die Ecke legen wir eine Pause ein, essen etwas und wärmen uns auf. Wieder gut gestärkt, machen wir uns weiter auf dem Weg zurück über die berühmte Karlsbrücke auf die andere Seite der Moldau zur John Lennon Wall. Es ist bereits am Dämmern. Wir beenden unsere Runde mit dem restlichen Stück entlang der Moldau. Die Stadt leuchtet auf der anderen Seite des Ufers und spiegelt sich im Wasser. Auf einem Stück tümmeln sich plötzlich zig Enten, Schwäne und andere Vogelarten. Nach 17,6km kommen wir wieder in unserem Hausboot an und lassen den Abend gemütlich ausklingen.

 

15.01.2026, 4. Tag:

Heute geht es direkt über die erste Brücke, welche eine Bahnbrücke ist, auf die andere Seite der Moldau und zur Basilika. Wir drehen eine Runde die Mauer entlang des Gartens und machen uns dann wieder auf die Moldau entlang Richtung Altstadt. Dabei kommen wir noch einmal entlang des Tanzenden Hauses und machen auch noch einmal einen kurzen Abstecher auf die Karlsbrücke. Als nächstes schauen wir uns das Kafka Denkmal an und schlendern durch verschiedenste Gassen. Der Pulverturm und die spanische Synagoge stehen auch noch auf unserer Liste.

Danach machen wir uns auf die Suche nach etwas gemütlichem zum Einkehren. Es gibt Kartoffelsuppe im Brot mit Brotdeckel und Gulaschsuppe mit Knödeln. Sehr lecker. Wir bleiben länger und bestellen noch etwas zum Nachtisch. Passend zum Sonnenuntergang geht es noch einmal über die Karlsbrücke zurück auf die andere Seite der Moldau und zurück an den Schwänen und Enten vorbei Richtung Hausboot. Leider passiert mir auf dem Weg trotz Windel noch ein Missgeschick, was das Ende des Kurztrips leider wieder etwas verdunkelt. Wir lassen uns jedoch den letzten Abend auch dadurch nicht versauen und machen es uns noch gemütlich.

 

16.01.2026, 5 Tag:

Nach dem Frühstück packen wir unsere Sachen und lassen die Daisy ordentlich zurück. Wir stopfen wieder alles in Johannes seinen Golf und fahren nach Hause.